Besuch im Camp Petra  von D. Vakalis

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Zusammen mit dem Vizepräsidenten des Europäischen Parlamentes Jo Weidenholzer und der Abgeordneten Anna Gomez aus Portugal hatte ich die Gelegenheit, das Camp Petra zu besuchen. seit Tagen gibt es Berichte darüber, dass die Flüchtlinge  dort gegen den Verbleib rebellieren. der Winter kommt mit Wind und Kälte und gefährdet so die Gesundheit und das Leben vieler. In der Tat, es gibt dort keine Vorsorge und man erzählte uns, dass in der vorhergehenden Nacht niemand geschlafen habe …alle hatten Angst, ihre notdürftigen zelte würden vom Olympwind zerrissen werden. 1200 leben noch dort, 500 davon sind Kinder und Jugendliche.
Der Vertreter des Migrationsministers, Herr Alexandridis, versuchte alle möglichst  zu beschwichtigen. Es gäbe einen Plan, bis Ende des Monats alle Bewohnerinnen durch den UNHCR in Hotels unter zubringen. “Pieria ist voll von leeren Hotels!” Danach ist die angesagte Übersiedlung ins Camp nach Chorigi bei Kilkis vorgesehen. Der Scheich sagte, wenn bis zum 20. 11. keine Taten erfolgen, würden sie das Camp verlassen. Chorigi ist immer  noch im Bau…warum geht alles so langsam??? Wo sind die von der EU gespeisten großen Organisationen??? Welche Interessen verhindern eine effektive Umsetzung der Pläne??? Warum kann ein Vertreter des Ministeriums nicht sagen, dass Petra eine Schande ist…
Anna Gomez, die rebellische EU Parlamentarierin,  lud alle Yesiden nach Portugal ein, dort stünden Aufnahmeeinrichtungen bereit. Sie sollten bei der vollen Registrierung Portugal obenan setzen. Die Yesidische Gemeinde möchte zusammenbleiben und nicht durch das relocation EU Programm zerstreut werden. 
Die Berichte von einigen Frauen und Männern über ihre Gefangenschaft im Isis waren erschütternd.
Wieder war ich tief beeindruckt von der Kreativität und   der friedlichen Atmosphäre im Camp. Samir lud mich zu seinen Eltern ein in das Zelt, er spielte auf seinem türkischen Instrument und zeigte mir ihr  privates Badezimmer, ein Zelt abseits. Denn täglich können im CAmp  nur etwa 10 Personen warm duschen. ER arbeitet als Übersetzer, und er erzählt mir von seinen Träumen für ein besseres Leben. Sein größerer Bruder macht Tanzgruppen mit insgesamt 2oo Kindern im Camp. Überall kleine Feuerstellen, zum Wärmen und Essen zubereiten. Im Zelt des Frisörs war reger Betrieb. Und auch beim  Krämer gab es Gemüse und Bier zu kaufen…Alkohol auch da, zum Vergessen… nun bin ich dabei eine Ladung Brennholz zu bestellen…siehe unten.
Ich habe mich gefreut, als einer “unserer Schneider” zu uns kam mit einer Tüte voller selbst genähter Jacken aus Idomeni Decken. Wann kann Elke dort wieder hinfahren? Die Frauen aus der Schneider Gruppe wollten Fotos mit uns…..ich trug meine Idomeni Jacke und fühlte mich warm und  verbunden.
Es kann nicht hingenommen werden, dass Menschen unter diesen widrigen und gefährlichen Umständen leben müssen. Der Großteil der Yesiden ist immer noch nicht  voll registriert, d.h. ihr Asylantrag  oder Antrag auf relocation läuft noch gar nicht. Europa muss schnell Plätze anbieten, auch Deutschland!
NAOMI hat heute morgen 10 Tonnen Brennholz nach Petra geschickt, dank Paris Papageorgiou von der Ev. Kirche Katerini fand sich sofort ein Unternehmer, der ein günstiges Angebot machte (1200 Euro) und schon unterwegs ist. Das Militär wird für eine gerechte Verteilung sorgen, so hatte ich gestern abgesprochen. Vielleicht spüren die Menschen dort ein wenig Mitgefühl und Wärme…. in aller Kälte.